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Diagnose Melanom – was nun?

Der schwarze Hautkrebs gehört zu den sehr bösartigen Hauttumoren und kann im fortgeschrittenen Stadium zu Ablegern in Lymphknoten und inneren Organen führen.

Pigmentierte Hautflecken, die sich in Grösse, Form, Farbe, Rändern verändern oder bluten, sind dringend abzuklären. Meistens führen Hautärzte die ersten Schritte mit der Entfernung des Flecks durch. Ergibt die mikroskopische Gewebe-Aufarbeitung die Diagnose eines Melanoms mit höherer Eindringtiefe, ist ein weiteres chirurgisches Vorgehen nötig.

Einteilung der Melanome

Die Behandlung der Melanome ist bis heute prinzipiell chirurgisch. Die Grösse des Eingriffes richtet sich dabei nach der Eindringtiefe des Tumors gemäss internationalem Standard:

Oberflächliche Melanome (in situ) Sicherheitsabstand der Hautentfernung 5 mm
Invasive Melanome bis 1 mm
10 mm Abstand
Invasive Melanome über 1 mm oder ulzeriert
20 mm Abstand, zusätzlich Sentinel-LK

Warum ein Sicherheitsabstand?

Durchbrechen Melanomzellen die Basalmembran der Oberhaut und dringt in die Lederhaut-Schicht (Dermis) ein, wird also invasiv, findet es Kontakt zu den Lymphspalten. Mit dem Sicherheitsabstand sollen mögliche Tumorzellen in diesen entfernt werden.

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Dr. med. Ralph Hollmann

Facharzt für plastische, rekonstruktive & ästhetische Chirurgie

Tel: +41 (0)71 280 88 99 oder melden Sie sich per Email

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Warum eine Lymphknotenuntersuchung (Sentinel)?

Ab einer Eindringtiefe des Melanoms von 1 mm oder bei der offenen Variante (Ulzeration) steigt das Risiko einer Tumorstreuung in die Lymphknoten stark an. Mit der Entfernung des sogenannten Wächter-Lymphknotens (Sentinel) kann die erste Filterstation der betroffenen Körperregion untersucht werden. Ist dieser frei von Ablegern (Metastasen), kann mit guter Sicherheit eine darüber hinaus gehende lymphatische Streuung ausgeschlossen werden.

Dieser Lymphknoten wird vor der Operation nuklearmedizinisch (radioaktiv) markiert, um ihn während der Operation gezielt zu finden. So wird ein weiterer Schaden am umliegenden Gewebe verhindert.

Die operative Entfernung des Wächter-Lymphknotens erfolgt in der Regel, zusammen mit der Nachresektion an der Stelle des Melanomes für den Sicherheitsabstand, in einer kurzen Narkose, verbunden mit einer Übernachtung in der Klinik.

Selbstverständlich gehören – stadiengerecht – individuell weitere Abklärungen zum Krankheitsfall Melanom wie Blut- und gezielte apparative Untersuchungen.

Ist eine Heilung des Melanomes möglich?

Bei „kleinen“ Melanomen kann durch den chirurgisch korrekten Eingriff eine nach menschlichem Ermessen vollständige Entfernung und somit eine Heilung erreicht werden – deshalb ist die Frühdiagnose so wichtig!

Fortgeschrittene Erkrankungen bedürfen allenfalls einer Folgetherapie (Immuno-, Interferon, Chemotherapie), jedenfalls aber einer regelmässigen Nachkontrolle beim Hautarzt.

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Wie erkenne ich ein Melanom?

Keine Angst: Nicht jeder braune Fleck muss ein Melanom bedeuten! Dennoch bedürfen Pigmentflecken an Handflächen, Fussohlen oder im Nagelbereich besonderer Aufmerksamkeit. Wichtig ist aber, auf Veränderungen zu achten: Zeichen für ein Melanom sind Grössenzunahme, Verlaufen des Pigmentes (Randunschärfe), Pigmentunregelmässigkeit, Höckerbildung, Auftreten von Schorf oder Blutungen, allenfalls Unruhegefühl.

Ein Melanom muss auch nicht schwarz sein – es gibt sogar unpigmentierte Formen.

Bei Unsicherheit suchen Sie unbedingt einen Hautarzt zur Beurteilung auf!